Haupteingang Kinderkrankenhaus

Zu Gast in der Kinderklinik Köln

Erzieher Kinderklinik Amsterdamer Straße Köln
Frau Kämmerer, Spielewelt Uniklinik, Antonia Wienken, Egmont Stawinoga und Anja Deilmann

Eine prall gefüllte Karnevalswoche mit einem ganz besonderen Besuch für uns. Am letzten Donnerstag waren wir zu Gast in der Spielewelt der Kinderklinik Amsterdamer Straße. Mit “Prinz Karneval – Alaaf” brachten wir eine geballte Ladung Karnevalsstimmung, mit Musik und Tanz und gemeinsamen Singen in das Spezial-Krankenhaus für Hunderte von kleinen Patienten.

Die guten Geister der Spielewelt

Das sind eindeutig die beiden hauptamtlichen Erzierherinnen, Frau Hein und Frau Kämmerer. Die Spielewelt des Universitätsklinikums Köln ist ein wichtiger und elementarer Rückzugsort für die kleinen kranken Kinder, aber auch für Eltern und Geschwister gleichermaßen. Die Mitarbeiter*innen der Spielewelt, das sind mehr als 30 Ehrenamtliche, besuchen die Kinder entweder mit ihren Familien zusammen auf Stationen, je nach Stadium auch im Zimmer oder in den großzügig und schön ausgestatteten, hellen Räumen der Spielewelt. Und sie machen dies ebenso an Tagen, wenn die Familie es nicht schaffen kann, zu Besuch zu kommen.

Wir haben mit Frau Kämmerer gesprochen und sie hat uns viel Einblick in den Alltag gegeben.

Frau Kämmerer, wie hat hier eigentlich alles angefangen?

“Ich selbst bin seit Oktober 2019 erst hier. Meine Kollegin, Frau Hein macht das schon seit 28 Jahren. Sie hat alles komplett aufgebaut. Damals ist sie mit nur einem Zimmer gestartet und tapfer hat sie über die Jahre immer weiter gekämpft, dass letztendlich diese gut ausgestattete Spielewelt mit ihren Räumlichkeiten entstanden ist.”

Und prominente Besucher kommen oft zu Ihnen, richtig?

“Oh ja, da gibt es viele, die die Kinderklinik gerne besuchen kommen. Gerade zu Weihnachten ist bei uns sehr viel los. Der 1. FC Köln kommt regelmäßig, die Kölner Haie auch. Die Motorrad-Nikoläuse kommen sehr gerne verkleidet als Nikoläuse, sie besuchen die Kinder auf der Station und schenken ihnen Schokonikoläuse. Jetzt zu Karneval hatten wir das Kölner Dreigestirn hier, das große und das kleine, also das Kinderdreigestirn. Welch’ eine Ehre, das Kinderdreigestirn hat allen Kindern einen Orden geschenkt. Vor allem bringen alle aber Zeit mit und spielen mit den Kindern oder basteln… ganz unterschiedlich. Das ist natürlich ganz toll für die Kleinen und sie freuen sich sehr darüber! Für einen kleinen Augenblick schalten sie völlig ab vom Klinikaufenthalt.”

Der Alltag einer etwas anderen Kita

Frau Kämmerer ist gelernte Erzieherin und hat von der Spielwelt durch ihre Mutter erfahren, die selbst als Krankenschwester in der Kinderklinik arbeitet.
“Durch meine Mutter und ihre Arbeit war mir das Kinderkrankenhaus immer sehr präsent und in meiner Erzieherausbildung stieß ich hier auf die Spielewelt. Erst Jahre nach der Ausbildung bin ich dann nochmal hierher zurückgekehrt und konnte mir nun vorstellen, auch Teil dieser ganz besonderen Kita zu werden.”

Der Alltag in der Kinderklinik und in der Spielewelt hat seine ganz eigenen Herausforderungen. Welche sind das?

Clowns in der Kinderklinik “Also die täglichen Herausforderungen sind vornehmlich die Krankheiten tatsächlich. Schwerstkranke Kinder und Kinder mit chronischen Erkrankungen brauchen diese sehr sehr intensive und medizinische Betreuung, mehr als überall woanders. Die größte Herausforderung ist letztendlich für mich persönlich, dass ich nie weiß, was passiert. Ich freue mich natürlich auf jeden neuen Tag, weiß aber gleichzeitig nie, was passiert, wer reinkommt… Das ist zum Teil schon sehr hart. Und diese emotionale Berührung habe ich so nicht gleich zu Beginn gesehen. Ich weiß aber, dass das für mich persönlich immer die größte Herausforderung bleiben wird.”

Neben diesen Herausforderungen gibt es für Sie aber auch sehr schöne Momente in ihrem Beruf…

“Aber natürlich! Das schönste für mich ist vielleicht etwas klischeehaft… das sind die leuchtenden Augen der Kinder und auch der Eltern. Es sind einfach alle unendlich dankbar. Sowohl hier in der Spielewelt und auch oben, wenn wir auf den Zimmern sind. Einfach in diesem Moment, wo bestimmt vieles schwierig ist und auch nicht immer optimal, oder auch manchmal ein bisschen blöd ist, … ein lachendes Kindergesicht zu sehen und zu merken, dass man dem Kind eine echte Freude machen konnte, das ist sicher Tag ein, Tag aus ein sehr schöner Moment.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Bunte Fenster im Karneval“Für die Zukunft der Spielwelt würde ich mir noch mehr Besucher wünschen. Es gibt Tage, die sind sehr gefüllt, aber dann sind da auch die Tage, an denen niemand hier ist. Das schwankt tatsächlich sehr. Und wir freuen uns immer über Unterstützung, ob es eine finanzielle Spende über den Förderverein ist oder eine Sachspende, das ist dabei egal. Bei Sachspenden würden wir uns unglaublich über neuwertige Babyspielzeuge freuen. Wir haben schon vieles für die Großen, für die Kleinen ist es da manchmal etwas schwieriger, weil die Sachen schon neuwertig sein müssen. Das sind sehr wichtige Dinge, die immer wieder fehlen. Und wie überall, sind auch die Kassen der Kliniken nicht immer gut gefüllt, um immer wieder etwas Neues anzuschaffen. Also, wir freuen uns über alles, über Spielsachen von groß bis klein.”

Anja, für Dich als Leiterin des Kindertheaters, war schon Anfang des Jahres klar, dass wir für die Kleinen zum Saisonauftakt spielen werden. Warum?

“Ja, das stimmt. Jedes Jahr suchen wir uns ja eine Einrichtung, eine Institution, eine Initiative aus, die sich zu 100 % mit Kindern beschäftigt. Es sind meist die, die sich eine Vorstellung finanziell einfach nicht so leicht erlauben können. Denen schenken wir zu Karneval und zu Weihnachten etwas Schönes, etwas, was die Kinder glücklich macht und etwas, womit sie im Alltag noch lange von zehren können. Für die, die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen, für die machen wir das sehr sehr gerne.”

Wie kam es denn zu dem Kontakt zum Kinderkrankenhaus?

“Eine Freundin von mir ist hier Ärztin und ihre beiden Kinder waren auch bei den KlinikPänz in der Kita. Wir haben schon oft darüber gesprochen, dass wir bald das Kinderkrankenhaus besuchen kommen wollen. Und als ich dann hörte, dass ein Nachbar aus meiner Straße sehr aktiv im Förderverein der Kinderklinik tätig ist, habe ich mir abends einmal beim Kölsch im Garten von ihm von den vielen vielen Aktivitäten erzählen lassen, die der Förderverein realisiert. Eine ganz wunderbare, tolle, wertvolle Arbeit, muss ich sagen.”

Wir unterstützen ja generell viele soziale Projekte mit dem Kindertheater. Wer darf sich in diesem Jahr noch auf uns freuen?

“Ach da gibt es noch 2 Herzensdinge, denen ich gern folgen möchte, eins davon ist ein Mehrgenerationenhaus im Bergischen und das andere wird eine Einrichtung der Diakonie Michaelshoven sein. Stay tuned! Aber hierhin in die Kinderklinik kommen wir auch zurück, im Advent 2020 mit “Warten auf das Christkind”. Ein sehr bewegender Auftritt für uns alle in der Weihnachtszeit.”

Vielen Dank liebe Frau Kämmerer, für das Interview. Weiterhin viel Erfolg und vor allem viele glückliche Kinder in der Spielewelt.

Vielen Dank, dass du uns weiterempfiehlst:

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